Diät für Laktoseintoleranz

Diagnose: Laktose-Intoleranz

Viele Betroffene ignorieren zunächst die Beschwerden oder tun sie als vorübergehende Verdauungsstörung ab. Sollten Sie jedoch mehrere der beschriebenen Symptome nach dem Verzehr von milchhaltigen Speisen bei sich beobachten, dann sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.

Laktose macht oft Beschwerden

10 bis 15 % der Österreicher sind von einer Laktoseintoleranz betroffen, die sich durch Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder sogar Übelkeit und Erbrechen äußern kann. Der Schweregrad der Unverträglichkeit ist dabei sehr unterschiedlich: Der größte Teil der Betroffenen zeigt sich beschwerdefrei, wenn er den Laktosekonsum auf 8 bis 10 g reduziert – zum Vergleich: Ein gesunder Erwachsener konsumiert täglich zwischen 20 und 30 g Milchzucker. Ein kleiner Teil der Laktose empfindlichen Personen zeigt schon bei mehr als 1 bis 2 g Laktose pro Tag Symptome.

Diät für Laktoseintoleranz

Wie viel Laktose enthält Milch?

Laktose bzw. Milchzucker muss in der Zutatenliste angeführt werden. Leider wird der Anteil der Laktose nicht näher präzisiert. Um einen Eindruck zu gewinnen, wie viel Laktose in Milchprodukten enthalten ist, hier ein kurzer Überblick. Die Angaben beziehen sich jeweils auf 100 g. (Tabelle laut ÖGE)

WENN ES IM MAGEN GÄRT

Bei laktosetoleranten Menschen wird der Milchzucker Laktose im Dünndarm durch das körpereigene Enzym Laktase in die kleineren Zucker Galaktose und Glukose gespalten. Stellt der Körper Laktase nicht in ausreichenden Mengen her, spricht man von einer Laktoseintoleranz. Der Milchzucker wandert ungespalten in den Dickdarm. Dort wird er von Darmbakterien vergoren und Gase wie Methan, Kohlendioxid und Wasserstoff entstehen. Diese können mit Hilfe eines Atemtestsbestimmt werden. Er gilt als Goldstandard zur Diagnose einer Laktoseintoleranz.

Weltweit können nur ein Drittel der Erwachsenen größere Mengen Laktose verdauen. In vielen Gegenden Afrikas und Asiens sind nahezu alle Erwachsenen laktoseintolerant. Auch Europäer und Nordamerikaner stellen erst seit etwa 7500 Jahren aufgrund einer Genveränderung größere Mengen Laktase her. Nur gesunde Säuglinge besitzen das Enzym überall auf der Welt. Sonst könnten sie die Muttermilch nicht verdauen hier.

Diagnose: Laktose-Intoleranz

Bei einer laktosefreien-Diaet empfiehlt es sich also nicht, komplett auf Milchprodukte zu verzichten sondern laktosehaltige Lebensmittel gezielt zu meiden und stattdessen alternative Produkte zu verwenden. Die Lebensmittelindustrie bietet mittlerweile Laktose-freie Milch an. Sie enthält nur geringe Mengen von Laktose und wird von den meisten Menschen gut vertragen.

Ein kleiner Überblick:

Milchpulver, Milch, Molke, Buttermilch

Sahne

Speiseeis

Schokolade

Viele Fertigprodukte

Lebensmittel ohne Laktose:

Frisches Obst & Gemüse

Fleisch

Fisch

Eier

Honig

Zucker

Heimliche Laktoselieferanten

Vorsicht ist bei versteckten Laktoselieferanten geboten. Dazu zählen Süßigkeiten wie Schokolade, Pralinen und Bonbons. Auch Brot, Brötchen, Kuchen, Dessertcremes und die meisten Fertigprodukte sowie Saucen beinhalten Laktose. Allerdings können Betroffene sich wappnen: „Wenn sie etwas vorhaben oder in ein Restaurant eingeladen sind, gibt es die Möglichkeit, Laktase einzunehmen“, sagt Rita von Spanyi, Fachärztin für Innere Medizin in München. Die Laktase in Form von Kautabletten oder Kapseln gibt es in Apotheken und Reformhäusern. Sie ist nicht zum Dauerverzehr gedacht, aber eine Lösung für besondere Anlässe.

Zu den versteckten Milchzuckerlieferanten zählen auch Medikamente. Die Laktosemengen im Überzug einer Tablette sind jedoch meist nur Spuren und bewegen sich im Milligramm-Bereich. Lediglich Präparate in Pulverform sowie homöopathische Tabletten können einen relativ hohen Laktosegehalt haben.